Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft

DABI - Datenbank Deutsches Bibliothekswesen

Bibliografische Datenbank zum Handbuch "Das Bibliothekswesen der Bundesrepublik Deutschland"
Suche | Recherchehinweise | Über die Datenbank | Über das Handbuch | Kontakt | Statistik



Vollanzeige des Datensatzes 23458: "... und von hier oben sieht es so aus, als wären die Trümmer der alten Bibliothek mit riesigen schwarzen Spinnen bedeckt." Die Bibliothek in dystopischen Jugendromanen des 21. Jahrhunderts

Artikel-ID 23458
Titel "... und von hier oben sieht es so aus, als wären die Trümmer der alten Bibliothek mit riesigen schwarzen Spinnen bedeckt." Die Bibliothek in dystopischen Jugendromanen des 21. Jahrhunderts
Untertitel
Autoren Planka, Sabine
Zeitschrift Bibliotheksdienst
Jahr 2019
Band 53
Heft 1
Anfangsseite 12
Endseite 36
URL Volltext
Abstract Der vorliegende Beitrag untersucht unter Berücksichtigung aktueller Diskurse die in kinder- und jugendliterarischen Dystopien implementierten Bibliotheken hinsichtlich ihres strukturellen Aufbaus, ihrer technischen Entwicklung sowie damit verknüpft ihrer topografischen Verortung und des in ihnen enthaltenen Wissens und widmet sich der Frage nach dem Stellenwert, den die Bibliothek für die handelnden Akteure, namentlich staatlichen Machthabern auf der einen und den Protagonistinnen und Protagonisten auf der anderen Seite haben. Die Analyse diverser ausgewählter Dystopien zeigt, dass Bibliotheken gedoppelt vorkommen, nämlich einerseits virtuell, andererseits aber eben auch als real existentes topografisch verortbares Gebäude, das häufig verfallen und zerstört, immer aber verborgen präsentiert wird. Daraus resultiert ein divergierender Umgang mit dem Bibliotheksbestand: Während das digital vorhandene Wissen in der Regel staatlich kontrolliert und selektiert an die Bewohner weitergegeben wird - es sich somit um staatliche Zensur handelt -, beherbergen die - der Vergessenheit anheim gegebenen - topografisch verortbaren Bibliotheken/Bibliotheksgebäude verbotenes und in dieser Ausformung systemgefährdendes Wissen, das von den Protagonisten entdeckt und im Sinne der Narration zum Sturz der oftmals totalitär aufgebauten Regierung führt, vor allem wenn man bedenkt, dass die Bibliothek "das kulturelle Gedächtnis in räumlicher, konkreter Form [verkörpert]", wie Dietmar Rieger, Kirsten Dickhaut und Cornelia Schmelz in ihrem Artikel "Bücher in Bibliotheken - Das Motiv der Bibliothek" (in: Spiegel der Forschung 16 (1999), H 2, S. 14-23, hier: S. 15) festhalten. Dementsprechend kann davon ausgegangen werden, dass sich, sobald in jugendliterarischen Dystopien eine Bibliothek bewusst oder zufällig aufgesucht wird, vergessenes, "überschriebenes" Wissen finden lässt, das den aus dem Verborgenen heraus organisierten revolutionären Sturz von diktatorischen Gesellschaftsentwürfen ermöglicht.
Schlagwörter Kinder- und Jugendliteratur; Bibliothek; Dystopie; Macht(-sicherung/-missbrauch); Heterotopie; Digitalisierung; kulturelles Gedächtnis; Revolution
Klassen Präsentation; Die Bibliotheken in Staat und Gesellschaft


Datensatz im BibTeX-Format ausgeben

Datensatz als Zitation nach DIN 1505 ausgeben.

Angaben zur Zeitschrift: Bibliotheksdienst


Sie können mit den Schlagwörtern, Autoren und Klassen dieses Artikels weiterrecherchieren:

Schlagwörter:
Kinder- und Jugendliteratur
Bibliothek
Dystopie
Macht(-sicherung/-missbrauch)
Heterotopie
Digitalisierung
kulturelles Gedächtnis
Revolution

Autoren:
Planka, Sabine

Klassen:
Präsentation
Die Bibliotheken in Staat und Gesellschaft